Der Start Somewhere Betonhohlstein und seine Entwicklung


Das Herzstück unserer Arbeit ist der Start Somewhere Betonhohlstein, den Oliver von Malm mithilfe von PERI und der Universität Innsbruck entwickelt hat. Der lokal produzierte Stein liefert die Basis für unseren Schulbau in Kibera und soll auch in Zukunft den Slumbewohnern die Möglichkeit geben, eine eigene Bauwirtschaft im Slum aufzubauen.

Nachdem wir in Kibera zwei Schulen durch Lebensmittel, Schulmaterialien und einige Sanierungen unterstützt hatten, wuchsen erfreulicherweise auch die Schülerzahlen. (Mehr zu den Gründen des Schulbaus gibt es hier.) Durch die wachsenden Schülerzahlen wurde das Gebäude bald zu klein. Die lokale Bauweise mit Holz, Erde und Wellblech resultierte in großer Hitze im Innenraum und hygienischen Problemen. Den Bau einer neuen Schule machte unser Initiator und damaliger Architekturstudent Oliver von Malm zum Thema seiner Masterarbeit. Seine Arbeit „Construction in a slum area“ gibt es hier zum Nachlesen.

„Ich hatte einen sehr hohen Anspruch an meine Masterarbeit“ erzählt Oliver von Malm, „Ich wollte dafür nicht nur ein Gebäude entwerfen, das den Slumbewohnern hilft, sondern eine Idee entwickeln, mit der viel mehr Menschen in informellen Siedlungen geholfen werden kann.“

Bevor er sich mit dem neuen System beschäftigte, befasste er sich mit der lokaltypischen Bauweise mit Lehm und Erde, die besonders in ländlichen Gebieten üblich ist. Mit dieser Technik kann sehr viel mit natürlichen Ressourcen gebaut werden, sowohl einfache Häuser als auch beeindruckende mehrstöckige Gebäude. Diese Bauweise hat jedoch gegenüber Betongebäuden viele Nachteile im Hinblick auf Hygiene, Sicherheit und nicht zuletzt Brandgefahr, die aufgrund der engen Bebauung in Slums sehr hoch ist.

Um Material zu sparen, wurde auf einen hohlen Stein mit dünnen Betonwänden gesetzt, der bei Bedarf mit Lehm und Erde befüllt werden konnte. Dies hat nicht nur den Vorteil einer massiven Mauer im Gegensatz zu einer einbruchgefährdeten Wellblech-Wand, auch die Hitze dringt nicht so schnell in das Innere ein. Für einen einfachen Bauprozess sind modulare Bausysteme sehr von Vorteil. Aufgrund der oft sehr unregelmäßigen Grundstücke in Slums, musste die Technik flexibel eingesetzt werden können. Die Idee eines modularen Blocks, der flexible Grundrisse erlaubt, war geboren.

Am Ende der Masterarbeit war ein Betonhohlstein entstanden, der den speziellen Anforderungen beim Bau in Slums gerecht wurde. Oliver von Malm erhielt im Anschluss ein Stipendium der Universität Innsbruck, um weiterforschen zu können. Bei einem Vortrag über seine Arbeit kommt es zum ersten Kontakt zu PERI, einem der weltweit größten Anbieter von Schalungs- und Gerüstsystemen. Der Kontakt entwickelt sich zu einer Technologiepartnerschaft zwischen PERI und Start Somewhere. Es wird über einen langen Zeitraum weitergeforscht, bis nach insgesamt vier Jahren ein fertiger und für die Serienproduktion geeigneter Betonhohlstein entsteht.

Endlich konnte auch die Schule in Kibera, das Oloo’s Children Centre, neu gebaut werden. Wir von Start Somewhere kauften noch einige anliegende Grundstücke dazu und begannen alsbald mit der konkreten Planung des Baus. Heute ist dieser Bau in vollem Gange. Mehr dazu gibt es hier.